Expertendiskussionen, Besuche im Hospiz, Beratungen auf den Landestagungen: Intensiv hat sich die Junge Union Nordrhein-Westfalen in den vergangenen zwölf Monaten mit Fragen des Lebensschutzes und der Sterbehilfe auseinandergesetzt. Die aktuelle Bundestagsdebatte begleitet die Jugendorganisation konstruktiv und will dabei heute abschließend für ihre Positionen werben.

„Jede Leidensgeschichte ist individuell. Die gesetzlichen Regelungen müssen dies berücksichtigen. Klar ist, dass es eine Neuregelung braucht, um Rechtssicherheit für Patienten und Ärzte zu schaffen“, erläutert Florian Braun, Landesvorsitzender der JU NRW.

Für die Debatte wünscht sich der 26-jährige Kölner Sachlichkeit und eine Entscheidung nach Gewissen der einzelnen Abgeordneten. Wo er und sein Jugendverband stehen, macht er jedoch deutlich: „Die JU spricht sich für die legale Möglichkeit von passiver Sterbehilfe aus. Auch die Beihilfe soll möglich sein, in einem klar normierten Rahmen und unter Aufsicht von Ärzten –  allerdings keinesfalls in einem kommerziellen Umfeld. Geschäftsmäßige Praktiken lehnen wir entschieden ab.“

Um Fehlentscheidungen vorzubeugen und den Ärzten Sicherheit zu geben, solle außerdem die Beihilfe zuvor von mindestens zwei Ärzten autorisiert werden. Eine Rechtspflicht zur Vornahme einer solchen Beihilfehandlung dürfe es jedoch nicht geben. Eine Aufhebung des Verbots der aktiven Sterbehilfe steht bei den Jungpolitikern auch weiterhin nicht zur Diskussion: „Es darf kein gesellschaftliches Klima geschaffen werden, in dem kranke und alte Menschen sich gedrängt fühlen, ihr Leben beenden zu lassen. Stattdessen sollten verstärkt die Palliativmedizin und Hospizbewegungen unterstützt werden, um jedem ein Sterben in Würde in einem humanitären Umfeld zu ermöglichen“, so Braun.

Getragen werden die Forderungen vom gesamten JU NRW Landesverband, der bei der Landestagung im September in Duisburg zum Themenbereich Lebensschutz ein umfassendes Positionspapier beschlossen hat.

 

Den Beschluss des 51. JU NRW-Tags am 19. und 20. September in Duisburg findet Ihr hier: Die Würde des Menschen ist unantastbar