Bei einem Arbeitsrechtsstreit der Uni Duisburg-Essen in den Jahren 2013 und 2014 mischte sich das NRW-Wissenschaftsministerium auf Bitten einer ehemaligen Handballkollegin von Ministerpräsidentin Kraft ein. Ergebnis: Die Einflussnahme wurde jüngst vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gerügt und die Weisung zurückgezogen. Die Akten zum Vorgang sind im Ministerium laut Bericht der Süddeutschen Zeitung (11.12.2015) nun nicht mehr auffindbar. Doch das ist nicht der einzige Fall, wo wichtige Unterlagen verschwinden. Auch von der kritischen „kleinen Anfrage“ von CDU-Landtagsabgeordneten Hendrik Schmitz zur Glaubwürdigkeit Krafts im Rahmen der Kabinettsumbildung fehlt jede Spur.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Nordrhein-Westfalen, Florian Braun, äußert sich angesichts der Vorgänge kritisch: „Zum Abschluss des Jahres präsentieren sich Frau Kraft und ihr Kabinett noch einmal in Höchstform. Dass stets gerade jene Akten verschwinden, die ein schlechtes Licht auf die Rot-Grüne Landesregierung werfen, kann kein ‚Zufall‘ oder ‚Büroversagen‘ mehr sein.“

Für den 26-jährigen Landeschef der CDU-Jugendorganisation zeigen sich „berechtigte Zweifel am Verständnis von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit der Ministerpräsidentin“. Insbesondere in Zeiten, in denen die Politik in einer Glaubwürdigkeitskrise stecke, würden derartige Vorgänge zu weiterer Politikverdrossenheit unter den Bürgern führen.

Brauns Fazit: „Man kann der Landesregierung viel vorwerfen - die Aktenvernichtung jedenfalls funktioniert einwandfrei.“