Düsseldorf. Die Junge Union NRW lehnt die Abgabe der „Pille danach“ ohne Arztbesuch entschieden ab. Zuletzt sprachen sich der Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht und NRW-Gesundheitsministerin Steffens (Grüne) für eine Abschaffung der Rezeptpflicht aus. Die gesundheits- und sozialpolitische Sprecherin der Jungen Union NRW, Andrea Müller, erklärt hierzu:

„Wir können die Forderung von Ministerin Steffens, die Rezeptpflicht der Pille danach aufzuheben, nicht nachvollziehen. Sei es der psychologische Beistand oder die Aufklärung über Nebenwirkungen: Bei einer möglichen ungewollten Schwangerschaft ist eine ausführliche fachärztliche Beratung immer die richtige Entscheidung. Durch das Glasfenster einer Apotheke ist dies kaum möglich. Auch das Argument von Ministerin Steffens, dass Apotheken im Gegensatz zu Praxen auch am Wochenende und nachts geöffnet haben, entbehrt jeder Grundlage. Dies ist schlichtweg falsch und zeigt das Unwissen der Ministerin.“

Die Empfehlungen des Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht stoßen daneben nicht nur in Politik und Gesellschaft auf Unverständnis, sondern auch der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) kann diesen Rat nicht nachvollziehen. Laut BVF sei der Wirkstoff Levonorgestrel das am wenigsten wirkungsvolle Mittel, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Das Risiko, trotz des Medikaments schwanger zu werden, sei mehr als doppelt so hoch wie bei dem verschreibungspflichtigen Präparat Ulipristalacetat. Die Einführung der Rezeptfreiheit könne zudem zu einer Verschlechterung der Betreuung und Beratung der Mädchen und Frauen und damit zu einer Zunahme von Schwangerschaftsabbrüchen führen, da Mädchen und Frauen ohne Beratung vielfach nicht wüssten, ob das Medikament für sie geeignet und wie es einzunehmen ist. Außerdem sei die „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Levonorgestrel ein hochdosierter Hormoncocktail mit erheblichen Nebenwirkungen und wirke beispielsweise nur bei Frauen mit einem Gewicht bis zu 75 kg.

Sprecherin Andrea Müller erklärt hierzu weiter: „Die JU NRW unterstreicht mit der Ablehnung der Rezeptfreiheit die Forderung des gesundheitspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn und der Jungen Union Deutschlands vom Deutschlandtag 2013 und fordert Ministerin Steffens auf, sich bei diesem Thema sachkundig zu machen und für die Gesundheit der Mädchen und Frauen in NRW einzusetzen.“