4000 Euro sollen Unis und Fachhochschulen ab 2016 für jeden Absolventen erhalten. Mit diesem Prämienmodell will NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) zukünftig die Zahl der Studienabbrecher reduzieren. Für Florian Braun und David Winands von der Jungen Union Nordrhein-Westfalen (JU NRW) ist dies ein falsches Instrument – denn es setzt nicht an den Ursachen an und schafft die falschen Anreize.

„Einer Hochschule eine Prämie für jeden bestandenen Abschluss zu geben, um damit die Studienabbrüche zu reduzieren ist ungefähr so, wie einem Richter eine Prämie für jeden Freispruch zu gewähren, um die Kriminalitätsrate zu senken. Beides mag auf dem Papier schönere Zahlen bescheren. Die eigentlichen Ursachen des Problems werden damit jedoch nicht bekämpft. Vielmehr setzt Frau Schulze damit eine Noteninflation und das Absinken von Prüfungsstandards in Gang, was dem Hochschulstandort NRW langfristig schaden wird“, kritisiert Florian Braun, Landesvorsitzender der JU NRW.

Viele Studierende würden nach Studienbeginn feststellen, dass es an Interesse am Studienfach mangelt oder eine praxisorientierte Ausbildung die bessere Alternative für sie wäre. Aus Sicht der CDU-nahen Jugendorganisation sei es daher der bessere Weg, den finanziellen Zuschuss direkt in die Lehre zu investieren oder in die Studien- und Berufsberatung zu stecken.

„Frau Schulzes Prämienmodell setzt voraus, dass es den Unis und FHs bislang bloß an der nötigen Motivation mangelt, ihre Studenten zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen und lässt die eigentlichen Probleme außer Acht. Einzig relevant sind die Quoten in der Hochschulstatistik. Das ist eine Politik der schönen Zahlen, die wir entschieden ablehnen“, resümiert der bildungspolitische Sprecher der JU NRW David Winands.