Mit großer Enttäuschung haben Florian Braun, Landesvorsitzender der Jungen Union in NRW und Christophe Darley, europapolitischer Sprecher der Jungen Union NRW den Ausgang des Referendums in Großbritannien verfolgt.

„Großbritannien hat sich auf lange Zeit isoliert und sich selbst auf eine einsame Insel in Europa degradiert. Es ist viel zu klein, um alleine die Unabhängigkeit auszuleben, die sich viele von dem Referendum versprechen. Damit haben Cameron und die Briten einer ganzen Generation Chancen verbaut. Es verärgert uns, dass eine Mehrheit der Briten nicht nur die eigene, sondern gleich die Zukunft ganz Europas so leichtfertig aufs Spiel setzt. Erfreulich ist allerdings, dass insbesondere die 18 bis 24 Jahre alten Wähler mehrheitlich mit rund 80 Prozent für den Verbleib gestimmt haben.

Wir erwarten von der britischen Regierung, dass sie verantwortungsbewusst mit dem Ergebnis des Referendums umgeht und die nun notwendigen Verhandlungen nicht verzögert. Ein Verschleppen wäre weiteres Gift für die Wirtschaft und die Handlungsfähigkeit der EU und Wasser auf die Mühlen aller EU-Kritiker.

Jetzt müssen die verbleibenden EU-Mitgliedsstaaten Willen zur Gestaltung Europas beweisen. Es muss an europäischen Lösungen gearbeitet werden, um besser im Großen und kleiner im Kleinen zu werden. Es ist der Zeitpunkt da, dass wir wieder eine gemeinsame Vision für die EU entwickeln. Dieses sind wir auch den nächsten Generationen schuldig. Die außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen liegen vor der Haustüre Europas. Auf dem Fundament stabiler Finanzen brauchen wir wieder mehr Investitionen in Innovationen, damit die europäische Wirtschaft wieder an Fahrt aufnimmt und wir den sozialen Zusammenhalt Europas sichern.

Für uns ist die Europäische Union kein bloßes politische Zweckbündnis, sondern in erster Linie eine Gemeinschaft des Friedens, der Freiheit und gemeinsamer europäischer Grundwerte. Forderungen vom linken wie vom rechten Rand des politischen Spektrums, die Europäische Union entweder zu einer reinen Wirtschaftsgemeinschaft zurückzubauen oder gar aus ihr auszutreten, treten wir daher entschieden entgegen. Für den Bestand und die Zukunft dieser Gemeinschaft stehen wir als Junge Union ein und werden uns dafür im Interesse der jungen Generation in ganz Europa auch künftig mit großer Leidenschaft und aus tiefer Überzeugung einsetzen.

Die EU muss die jetzige Phase zur Besinnung nutzen, dann kann sie den Austritt Britanniens auch als Chance für einen neuen Aufbruch in die Zukunft verwandeln. Wir appellieren daher an die Union und an die Parteienfamilie der europäischen Christdemokraten, für diese europäische Chance engagiert zu kämpfen.“