Ein Bericht des Arbeitskreises Klima & Energie

Anlässlich des Veranstaltung über Möglichkeiten von Bürgerwindparks und Sektorenkopplung mit Referent Christoph Wischemann vom 29. April 2021.

Während andere viel darüber reden, existieren in NRW schon viele gute Beispiele für die Erzeugung erneuerbarer Energien mit Akzeptanz: Unter anderem die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden eG. Daran sind, neben den Kommunen, 1200 Bürger in einem genossenschaftlichen Modell beteiligt, von denen jeder eine Stimme hat. Durch die thematische Auseinandersetzung eines jeden beteiligten Bürgers mit den technischen Möglichkeiten, wird eine hohe Akzeptanz des Projektes geschaffen.

Technologien können Akzeptanzprobleme lösen

Vielfach ist das Akzeptanzproblem ein Kommunikationsproblem oder resultiert aus mangelndem Wissen. Ein Gegenargument ist häufig der Schutz von Vögeln und Fledermäusen. Aber: Technische Neuerungen ermöglichen, dass auf Fledermausflug Rücksicht genommen werden kann. Eine Kamera oder Tonaufnahme kann die Zeiträume des Fluges der Fledermäuse über zwei Jahre analysieren. In den Zeiträumen, in denen die Tiere aktiv sind, kann dann das Windrad abgeschaltet werden. Natürlich spielen auch weitere Faktoren, z.B. die Windgeschwindigkeit, eine Rolle. Das ist ein optimaler Interessensausgleich zwischen der Produktion regenerativer Energien und dem Schutz von Vögeln oder Fledermäusen.

Ebenfalls ist es möglich, sich zu jeder Zeit an die Gesundheits- und Lärmschutzvorgaben zu halten. Eine Leistungsdrosselung führt dazu, dass das Windrad leiser ist und die Beleuchtung kann bedarfsgerecht ein- und ausgeschaltet werden. Außerdem kann die Technik berechnen, wann ein Haus von einem Schlagschatten getroffen wird und das Windrad so steuern, dass alle Richtlinien eingehalten werden. Zusätzlich gilt für Windkraft und Photovoltaik gleichermaßen, dass sich die Investition in die erneuerbaren Energien nach 10 Jahren amortisiert. Dieses Wissen über die Möglichkeiten der Technologie und der Wirtschaftlichkeit kann Akzeptanz schaffen.

Speicherfrage muss für Versorgungssicherheit gelöst werden

Eine bisher ungelöste Frage ist die, wie die Energie während Dunkelflauten zwischengespeichert werden kann. Gerade für Wasserstoff ist die bestehende Infrastruktur in NRW und Deutschland sehr gut. Es gibt ein gut ausgebautes Erdgas- und Gasspeichernetz. Ein Pilotprojekt der Stadtwerke Haßfurt mit einem Wasserstoff-Blockheizkraftwerk und einem Elektrolyseur zeigt, dass das nicht bloße Theorie ist. So kann erneuerbare Energie von PV- oder Windanlagen als Wasserstoff zwischengespeichert werden und Energie bedarfsgerecht durch ein Wasserstoff-Blockheizkraftwerk produziert werden – zum Beispiel bei Dunkelflauten. Zusätzlich sollen smarte Geräte auch auf der Nachfrageseite Flexibilität schaffen.

Verfahren müssen vereinfacht werden

Das wichtigste ist, die Verfahren für den Bau von Anlagen zur Energieerzeugung (Windkraft, Photovoltaik, etc.) zu standardisieren, um sowohl Verlässlichkeit für Bürger, als auch für Genossenschaften und Unternehmen zu erzeugen. Der Administrationsaufwand, zum Beispiel beim Betrieb von Blockheizkraftwerken, Elektrolyseuren und PV-Anlagen hinsichtlich unterschiedlicher Vergütungen und steuerlicher Aspekte ist zu hoch. Das gilt insbesondere auch für das Konzept Mieterstrom. Um den Ausbau weiter anzukurbeln, muss hier eine massive Entbürokratisierung stattfinden. Zusätzlich sollte insbesondere für den Bereich der Wasserstoffproduktion eine Förderung für Elektrolyseure aufgestellt werden, gerade für die Anfangsphase, in denen die Geräte recht teuer sind.
Insgesamt braucht es einen guten Technologiemix, der auch offen ist für neue Technologien. Klimaschutz muss durch Forschung und neue Technologien gelingen, die Grundlage dafür ist bereits gelegt.

Für den Arbeitskreis Klima & Energie
Laura Lohr & Benedikt Pernack

Ansprechpartner

Arvid Hans Hüsgen

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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