Bei der Bundestagswahl treten 299 Kandidatinnen und Kandidaten für ihren Wahlkreis an und werben um die Stimme der Bürgerinnen und Bürger — darunter auch Catarina dos Santos und Florian Müller — die Spitzenkandidaten der Jungen Union Nordrhein-Westfalen. Wir besprechen, welche Themen den Bundestagswahlkampf bestimmen, was die beiden antreibt und welchen Herausforderungen sie sich noch bis zum Wahltag stellen müssen.

BISS35: Zuletzt hat die Coronavirus-Pandemie den Wahlkampf dominiert - jetzt kommt noch die Flutkatastrophe dazu. Darüber hinaus werden die Folgen des Klimawandels ein wichtiges Thema sein. Was sind die spezifischen Themen, mit denen ihr für Euch werben wollt?

Florian: Klimawandel wirkt in fast alle Teile unseres Lebens hinein. Ich finde es wichtig, dass wir als CDU sowohl als auch sagen: Ökologie und Klimaschutz auf der einen Seite und Wirtschaftswachstum auf der anderen Seite. Wir werden das Klima nur schützen können, wenn wir alle mitnehmen und eine hohe Akzeptanz haben.
Wenn ich unterwegs bin, dann sagen mir die Leute, dass sie im Sauerland weiter Wurzeln schlagen können wollen. In den letzten Jahren ist das sehr schwierig geworden, weil unterschiedliche Faktoren dazu geführt haben, dass Bauen und Wohneigentum extrem teuer geworden sind. Deswegen ist es gut, dass wir im Wahlprogramm hierauf eine klare Antwort geben und sagen, dass die Initiative der Landesregierung, die Grunderwerbsteuer für junge Familien abzuschaffen, gut war und wir diese auch in der neuen Bundesregierung brauchen. Abseits dessen ist Mobilität wichtig, denn jüngere Menschen wünschen sich mehr und nachhaltige Mobilität. Das ist eine große Herausforderung, der wir uns als CDU stellen müssen.

Catarina: Deutschland und Europa müssen klimaneutrale Wirtschaftsunion werden — das ist ja das, was Armin Laschet gesagt hat. Das geht mit Innovationen viel besser als mit Verboten. Ich glaube, dass unsere Wirtschaft da eine Wachstumschance hat, wenn man von der Innovationskraft ausgeht, die in klimaschonenden Technologien liegt.
Mein Wahlkreis läuft bei mir unter dem Stichwort Miteinander. Darunter zählt vor allem, den ländlichen und städtischen Raum zu vereinen. Da gehört für mich absolut das Thema Mobilität zu. Hier beschäftigen uns Fragen wie: “Wie kommt man von A nach B? Wie kommt man zur Arbeit?”. Hier ist noch einiges noch zu tun, damit wir einen Umstieg auch überhaupt attraktiv machen können. Wichtige Themen für mich sind: der Bürokratieabbau und die Chancengerechtigkeit. Unsere Generation ist die, die mit den Folgen der Politik das Morgen erlebt. Das heißt, man muss die Perspektive von jungen Menschen, egal ob auf Stadt oder im Land, mit einbeziehen. Und das bedeutet für mich zum Beispiel auch ausgeglichene öffentliche Haushalte wieder zu haben.

BISS35: Catarina, Du hast gerade schon erwähnt, dass man besonders die Perspektive von jungen Leuten berücksichtigen sollte. Warum braucht es mehr junge Köpfe im Bundestag?

Catarina: Unsere Generation ist die, die mit der Politik von heute das morgen erlebt. Deswegen sollte auch im Bundestag eine gesunde Mischung vertreten sein. Nur wenige der Abgeordneten sind unter 35. Ich glaube, dass wir mit frischen Ideen und Schwung viel erreichen können. Ich bin mir sicher, dass wir beide da genug Erfahrung gesammelt haben - sowohl im Politischen als auch im Beruflichen - um ein guter Volksvertreter im Bundestag zu sein.

Florian: Der Altersdurchschnitt der Bundestagsfraktion der CDU liegt bei 50-51 Jahren - da ist es gut, wenn der Altersdurchschnitt sinkt und sich dem der Bevölkerung anpasst. Wir müssen Politik aus den Augen von denjenigen machen, auf die es gerade ankommt. Das sind besonders junge Familien, die sich in der Rushhour ihres Lebens befinden und für die deshalb Unterstützung der Gesellschaft eine große Hilfe ist.

BISS35: Mit welchen Instrumenten bekommen wir mehr junge Leute für ein Mandat begeistert?

Florian: Es gibt ja viele Wünsche, wie die Bundestagsfraktion der CDU zusammengesetzt sein soll. Es ist letztlich Aufgabe der Partei, für wichtige Zielgruppen, die zurzeit unterrepräsentiert sind, attraktiver zu werden. Da denke ich besonders an Frauen und an junge Menschen. Wir müssen jungen Menschen früh die Möglichkeit geben, Verantwortung zu übernehmen, damit sie merken, dass man als engagierter Mensch die Möglichkeit hat, viel zu bewegen.

Catarina: Ich bin auch der Ansicht, dass das vor allem auch Aufgabe der Parteien ist, attraktiv für junge Menschen zu sein. Und da ist besonders ein Aspekt wichtig: Man muss sich der Lebensrealität besser anpassen. Die Wahrnehmung eines politischen Mandats muss auch möglich sein, wenn man studiert oder in einer Ausbildung ist.

BISS35: Aufgrund von den bekannten Umständen können größere Wahlkampfveranstaltungen nicht stattfinden. Vieles hat sich in den digitalen Raum verlagert. Wie wirkt sich das auf den Wahlkampf aus und was hat sich für Euch verändert?

Catarina: So pauschal kann man das nicht beantworten. Sicherlich hat das auch seine Nachteile: die Anonymität im Netz und die fehlende Hemmschwelle, was beispielsweise Kommentare betrifft. Andererseits finde ich es gut, dass der Wahlkampf eine digitale Komponente hat. Man kann viele Eindrücke aus dem Wahlkampf teilen, man kann auch mal einen Blick hinter die Kulissen geben oder auch mal persönliche Eindrücke teilen, die man sonst ja gar nicht so schnell vorbereiten kann. Ein gutes Beispiel sind die Instagram Stories, wo man etwa ein Call To Action durch ein Quiz für die Community erstellen kann.

Florian: Es war eine gute Erfahrung, zu sehen, wie viel während Corona online und digital möglich ist. Aber die Wahlentscheidung ist eine Vertrauenssache. Und das baut man am besten darüber auf, wenn man jemanden kennengelernt hat - persönlich. Deswegen hat für mich die digitale Komponente im Wahlkampf eine große Bedeutung, ich bin aber fest davon überzeugt, dass ich die meisten Stimmen darüber sammeln kann, wenn ich mit den Leuten persönlich ins Gespräch komme.

BISS35: 16 Jahre Angela Merkel hinterlassen große Fußstapfen. Worauf kommt es jetzt an?

Florian: Angela Merkel hinterlässt ohne Zweifel große Fußstapfen. Das, was bei ihr wichtig war, war die ständige Bewältigung internationaler Krisen. Ich hoffe, dass wir uns jetzt mit der Modernisierung unseres Landes beschäftigen können. Deswegen ist das Modernisierungsjahrzehnt, so wichtig, denn da haben wir wirklich einige Baustellen vor uns liegen - ob es die Verkehrsinfrastruktur angeht, sprich Straßen, Schienen oder eben auch die digitale Infrastruktur, oder ob es die Dienstleistungsmentalität und den digitalen Fortschritt der öffentlichen Verwaltung betrifft.

Catarina: Wir sind heute in einer anderen Situation als 2005. Das heißt, wir haben auch andere Bedürfnisse, die jetzt vielleicht auch eine andere Politik erfordern. Die Regierung wird ganz klar auch die Weichen für unsere Zukunft stellen müssen und werden. Ich bin mir sicher, dass wir bei manchen Punkten ambitioniert werden sollten, eben weil sich solche Bedürfnisse auch über die Jahre geändert haben, aber eins steht fest: Die CDU sorgt für Stabilität in unserer Gesellschaft. Wir machen nicht nur reine Verbotspolitik oder Ähnliches, sondern stehen auch für ein Kompromiss - eine gute Lösung.

Das Interview führte Leila Rifahi.

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Kontaktperson

Arvid Hans Hüsgen

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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